Schlafpositionen - Bedeutung, Gesundheit & Persönlichkeit

Wenn Du als Flamingo oder Seestern einschläfst, ist entweder Karnevalszeit oder Du haSt eine der benannten Schlafpositionen gewählt. Wir nehmen meist unbewusst eine bestimmte Haltung ein, damit wir gemütlich ins Traumland gleiten können. In der Nacht ändern wir unsere Schlafposition zwischen 30 bis 80 Mal. Dennoch verankern wir eine gewisse Einschlafhaltung bereits ab dem 7. Lebensjahr und weichen als Erwachsene nur selten davon ab. Manche ziehen es vor, auf dem Bauch einzuschlafen. Andere lieben die Rückenlage. Die beliebteste Schlafposition ist die Seitenlage, denn circa 70 Prozent der Menschen priorisieren diese Haltung.

 

In diesem Beitrag erfährst Du, welche Schlafpositionen es gibt und was die einzelnen Positionen über die Persönlichkeit aussagen sollen. Des Weiteren haben wir uns damit beschäftigt, wie die jeweilige Schlafhaltung auf den Körper wirkt. Welche Position ist gesund und welche weniger? Zudem beschreiben wir konkrete Schlafpositionen, die bei bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen hilfreich sind.




1.  Die Häufigsten Schlafpositionen

4 Positionen bilden die Grundlage für die beliebtesten Schlafstellungen:

  1. die Fötuslage (Embryonalstellung / Seitenlage)
  2. die halbe Fötuslage (halbe Seitenlage)
  3. die Bauchlage
  4. die Rückenlage

Flamingo und Seestern entstehen durch Kombination oder Abwandlung der Basispositionen. Diese 6 Schlafpositionen nehmen wir nun genauer unter die Lupe. Nachfolgend ließt Du interessante Fakten zur jeweiligen Schlafhaltung.


1.1 Die Rückenlage

Wie der Name bereits erahnen lässt, liegen Rückenschläfer auf dem Rücken. Die Arme befinden sich seitlich am Körper oder auf dem Bauch. Dabei sind die Beine leicht gespreizt. Die Haltung schont den Rücken, da die natürliche S-Form der Wirbelsäule beibehalten wird. Wer zu Verspannungen im Nackenbereich neigt, kann diese Schmerzen als Rückenschläfer vorbeugen. In der Rückenlage erholt sich der Körper optimal von den Strapazen des Alltags. Ein weiterer Aspekt ist, dass man in dieser Haltung besser in die Tiefschlafphase kommt und länger darin verweilen kann. Zwar begünstigt die Rückenlage unangenehme Schnarch-Orchester, aber grundsätzlich stellt die Rückenlage eine gesunde Schlafposition dar.

1.2 Der Seestern

Hierbei handelt es sich um eine Schlafhaltung, die der Rückenlage ähnelt. Seestern-Schläfer liegen auf dem Rücken, aber die Arme liegen nicht neben dem Körper oder auf dem Bauch. Die Arme sind nach oben gestreckt beziehungsweise angewinkelt.

 

Auch diese Position ist eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Die Wirbelsäule liegt ideal und ein weiterer nützlicher Effekt kommt zum Vorschein: Seestern-Schläfer können Faltenbildung im Gesicht mildern, die in Seiten- und Bauchlage eher entsteht.

1.3 Die Bauchlage

In dieser Schlafposition liegt man auf dem Bauch und legen die Arme auf das Kissen. Manche verschränken lieber die Arme unter oder vor dem Kopf. Auf den ersten Blick wirkt diese Haltung unbequem. Experten empfehlen tatsächlich, die Bauchlage nicht die ganze Nacht einzunehmen. Da diese Stellung die Wirbelsäule stark beansprucht, kann die Bauchlage unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen. Verspannungen im Nacken oder Atemprobleme schleichen sich des Öfteren an, wenn die Bauchlage zu oft und zu lange eingenommen wird.

1.4 Die Seitenlage

Nun kommen wir zur beliebtesten Schlafhaltung: die Seitenlage. Wer in Seitenlage schläft, liegt entweder auf der linken oder rechten Seite. Die Beine sind dabei leicht angewinkelt. Wohin mit den Armen? Die Arme legen Seitenschläfer an die Seite oder unter den Kopf. Manche finden es bequemer, die Arme zu verschränken. Die Stellung sieht nicht nur gemütlich aus, denn sie ist auch angenehm und schonend. Vor allem dann, wenn man auf der linken Seite liegt. Dabei werden die Organe entlastet, da wenig Druck zustande kommt. Das Herz hat es leichter, das Blut durch den Körper zu pumpen. Alles in allem ist die Seitenlage nicht nur eine beliebte, sondern auch eine gesunde Schlafposition.

1.5 Der Flamingo

Diese Haltung ist eine Mischung aus Seitenschläfer und Bauchschläfer. Wie ein Flamingo sehen Schlafende in dieser Position aus, denn ein Bein wird gestreckt und das andere angewinkelt. Die meisten Flamingo-Schläfer wechseln nach dem Einschlafen unbewusst in eine andere Lage, da diese Stellung auf Dauer ungemütlich ist.

1.6 Die Embryonallage

Wer sich auf der Seite liegend wie ein Igel einkugelt, nimmt die sogenannte Embryonallage ein. Die Knie befinden sich nah an der Brust. Einige umschlingen die Knie mit den Armen. Diese Haltung heißt Embryonallage, weil die Schlafposition den Fötus im Mutterleib widerspiegelt. Ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit entsteht, wenn man zusammengerollt in den Schlaf gleitet. Dennoch findet der Körper die Lage auf Dauer nicht ideal, da die Embryonalhaltung zu Gelenkbeschwerden führen kann. Zudem ist die Zwerchfellatmung eingeschränkt. Sobald die Beine etwas mehr gestreckt werden, umgeht man die unschönen Nebeneffekte.


2. Welche Schlafposition ist die gesündeste?

Wenn du dich am Morgen wie ein Marathonläufer fühlst, der die ganze Nacht unterwegs war, solltest du über deine Schlafgewohnheiten nachdenken. Nimm deine Schlafposition unter die Lupe und teste aus, ob eine andere Haltung für besseren Schlaf sorgt.

Jetzt benennen wir die 2 gesündesten Schlafpositionen:

 

 

Platz 1: Die Rückenlage

Wer die Rückenlage bevorzugt, kann sich glücklich schätzen. Insbesondere für Menschen mit Magenbeschwerden oder Rückenleiden eignet sich diese Position am besten. Die Wirbelsäule liegt optimal und der Mageninhalt gelangt nur schwer nach oben.

 

Platz 2: Die linke Seitenlage

 

Auch wenn die Rückenlage die gesündeste Schlafhaltung ist, finden viele Menschen die Seitenlage bequemer. Für Menschen, die Atemaussetzer im Schlaf haben oder zum Schnarchen neigen, passt die Rückenlage nicht. Mit der Schlafposition auf der linken Seite tust du deinem Körper viel Gutes. Achte darauf, dass die Wirbelsäule nicht zu stark eingerollt ist. Wenn du die Beine anwinkelst, hilft ein Kissen zwischen den Beinen dabei, das untere Bein sowie das Becken zu entlasten.

 

Tipp: 

Auch die beste Schlafhaltung kann Schmerzen bereiten, wenn der Kopf zu niedrig oder zu hoch liegt. Nutze deshalb ein Kissen, welches eine natürlich neutrale Kopfposition ermöglicht. Neben einer gesunden Schlafposition ist es zudem enorm wichtig, dass du ausreichend schläfst.


3. Welche Schlafposition ist ungesund?

Unser Körper ist ein Meisterwerk der Natur. Sobald wir auf die Signale des Körpers hören und dementsprechend reagieren, schonen wir unsere Gesundheit. Das gilt auch für die Wahl der Schlafposition. Wenn es zwickt und drückt, ist es einfach keine optimale Schlafstellung. Die 2 unangenehmsten Schlafpositionen beleuchten wir jetzt:

 

 

PLATZ 1: Die Bauchlage

Nur wenige Menschen schlafen auf dem Bauch. Das ist auch gut so, denn das ist die ungesündeste Schlafhaltung. Bauchschläfer lagern Arme, Kopf und Rumpf in einer Position, die den Körper auf Dauer belastet. Nackenverspannungen und Rückenschmerzen sind meist vorprogrammiert. Hinzu kommt, dass die Bauchlage den Brustkorb zusammenpresst. So ist freies Atmen nur schwer möglich.

 

PLATZ 2: Die Embryonallage

Lange Zeit mit stark angewinkelten Beinen zu schlafen ist eine enorme Belastung für den Körper. Der Brustkorb verengt sich in der Embryonalposition, weil der Oberkörper wie eine Kugel zusammengehalten wird. Dadurch erhöht sich der Druck auf Herz und Lunge. Das hat eine unruhige Nacht als Konsequenz, da der Körper versucht, der eingeschränkten Blutzirkulation durch mehr Bewegung entgegenzuwirken. Wer nachts oft aufwacht und am Morgen unausgeruht aus dem Bett steigt, sollte Abstand von dieser Schlafposition nehmen.


4. Schlafpositionen & körperliche Einschränkungen - welche Schlafposition passt am besten?

Bei bestimmten Erkrankungen kann die richtige Schlafstellung helfen, Schmerzen zu lindern und gut zu schlafen. Eine angenehme Nachtruhe hilft, die Genesung voranschreiten zu lassen. Doch welche Schlafposition eignet sich bei Nierenschmerzen, Hexenschuss, Rückenleiden & Co.? Das schauen wir uns jetzt genauer an.

4.1 Rückenschmerzen (ISG-Blockade) - ischias schlafposition

Schlaf am besten in der Rückenlage mit ausgestreckten Beinen. Die Wirbelsäule liegt stabil und der Körper kann sich entspannen. Ein dünnes Kissen, das unter den Knien liegt, stabilisiert und schont den Körper.

4.2 Piriformis-Syndrom

Die Einschränkung sorgt für Schmerzen im Gesäß und gelegentlich auch im Ischias. Wähle die Rückenlage, denn in dieser Schlafposition wirkt die geringste Druckbelastung auf den liegenden Körper ein. Die Seitenlage verstärkt meist Schmerzen, da angezogene Beine die Belastung auf erkrankte Körperstellen erhöht.

4.3 Nierenschmerzen

Wer die Bauchlage liebt, sollte bei Nierenschmerzen auf diese Haltung verzichten. Die Schlafposition hindert die Wirbelsäule daran, eine natürliche S-Form beizubehalten. Seitenschläfer können diese Position einnehmen, wenn sie sich angenehm anfühlt. Ein gutes Kissen stützt den Kopf und hilft dabei, die Wirbelsäule gerade zu lagern. Dennoch ist die beste Schlafhaltung bei Nierenschmerzen die Rückenlage.

4.4. Hexenschuss

Beim Hexenschuss darf kein zusätzlicher Druck auf der Wirbelsäule lasten. Jedoch lässt sich die Frage nach der passenden Schlafposition beim Hexenschuss nicht pauschal beantworten. Am besten nimmt man intuitiv eine Schlafstellung ein, die wohltuend und entkrampfend wirkt. Die meisten Betroffenen wählen bei akutem Schmerz die Embryonallage. Die Lendenwirbel sind in der Embryonalposition weniger Druck ausgesetzt, weil die Wirbelsäule durch angewinkelte Beine rund wird. Sobald Sie die Beine wieder ausstrecken können, hat sich die Rückenlage als besonders schmerzlindernd und schonend erwiesen. Ein paar Kissen unter den Knien entlasten den Rücken zusätzlich.

4.5. Knie-Operation

nach einer Knie-Operation sollte man auf dem Rücken schlafen. In dieser Haltung bleibt das betroffene Bein gerade, sodass die Operationsstelle gut durchblutet wird. Während du auf dem Rücken schläfst, kannst du das Bein mit Kissen hochlagern. Dabei solltest du darauf achten, dass die Kissen ideal liegen und ein Abknicken des Beins verhindern. Lege dich niemals auf eine frisch operierte Stelle. Seitenschläfer sollten einige Wochen warten, um ihre Lieblingsposition einzunehmen.

4.6. Rundrücken

Wenn du in der Seitenlage oder auf dem Bauch schläfst und unter einem Rundrücken leidest, ist eine Veränderung der Schlafhaltung angebracht. In der Seitenlage führst du die über den Tag eingenommene Körperhaltung fort. Wer ein wenig Geduld aufbringt, gewöhnt sich auch an eine passende Schlafposition. Am besten genießt du deine Nachtruhe in Rückenlage. Das wirkt vorbeugend und hilft dabei, etwas gegen den Rundrücken zu tun.

4.7. Atlaswirbelblockade

Auch bei dieser Beeinträchtigung ist die gesündeste Schlafposition die Rückenlage. Da die Wirbelsäule komplett aufliegt, lösen sich Spannungen in den Faszien und Muskeln besser als in jeder anderen Schlafhaltung. Zudem bietet die Rückenlage einen optimalen Ausgleich zum ungesunden Bewegungsverhalten am Tag (langes Sitzen & Co.). Wer die Seitenlage einnimmt, sollte ein Kissen unterm Kopf positionieren. Der Nacken darf dabei nicht abknicken.


5. Schlafen in der Schwangerschaft - welche Schlafstellung ist die angenehmste?

Die Zeit der Schwangerschaft vergeht wie im Flug. Eine winzige Zelle wächst in Windeseile zu einem Baby heran, das schon bald das Licht der Welt erblickt. Hier sollten werdende Mamas nicht auf die sonst so gesunde Rückenlage zurückgreifen. Die Seitenlage, besonders die linke Seite, ist die beste Schlafposition in der Schwangerschaft. Der Körper kann ideal arbeiten, das Baby ist optimal geschützt und Sodbrennen entsteht seltener. Ein Seitenschläferkissen eignet sich perfekt, um den Körper angenehm zu lagern und zu stabilisieren. Sollte die Umgebung lärmbelastet sein, empfehlen Wir passend dazu Gehörschutz zum Schlafen in Seitenlage.

 

Tipp: Scheue Dich nicht, die Hilfe eines Experten anzunehmen. hast du Schmerzen beim Schlafen, leidest an Schlafstörungen oder fühlst dich unsicher? Nimm Kontakt mit Ihrem Arzt auf. Such nicht ewig nach Antworten im World Wide Web, denn das kann für große Verwirrung sorgen.


6. Schlafpositionen & Psychologie - das sagt die Schlafposition über Ihre Persönlichkeit aus

Der amerikanische Autor und Psychologe Samuel Dunkell behauptet, dass die Schlafposition einiges über die Persönlichkeit verrät. Unser Schlafverhalten ist laut Dunkell eng mit persönlichen Eigenschaften verknüpft. Der Psychologe teilt das Schlafverhalten in 4 grundlegende Positionen ein:

  1. die Fötuslage (Embryonalstellung / Seitenlage)
  2. die halbe Fötuslage (halbe Seitenlage)
  3. die Bauchlage
  4. die Rückenlage

Ob wir lieber auf dem Bauch schlafen, uns einrollen wie ein Baby oder auf dem Rücken liegen, soll Rückschlüsse zulassen wie wir ticken. Nun gehen wir genauer darauf ein, welche psychologischen Bedeutungen bestimmte Schlafpositionen haben.

6.1. Die Fötuslage - Sicherheit, Gefühle & Kreativität

Diese Schlafposition heißt so, weil sie wie die Haltung eines Embryos im Mutterleib aussieht. Laut Samuel Dunkell wirkt eine Person, die oft in der Embryonallage schläft, eher unsicher, schüchtern und zurückhaltend. Schutzbedürftigkeit und Verletzlichkeit prägen den Charakter von Menschen, die diese Schlafposition wählen. Stark angewinkelte Beine deuten auf facettenreiche Emotionalität und ausgeprägte Kreativität hin.

6.2. Die halbfötale Lage - Ausgeglichenheit, Spontanität & Freude

In dieser Position liegt der Körper auch auf der Seite, ist aber nicht so stark gekrümmt wie in der Embryonallage. Wer diese Schlafposition mag, gehört laut Dunkell zu den flexiblen und entspannten Menschen. Menschen, die so schlafen, zeigen sich angepasst, lieben Humor und sind offen für Neues. Im Allgemeinen zählen sie zu den glücklichen Menschen und gehen mit gesundem Menschenverstand durchs Leben.

6.3 Die Bauchlage - Ordnungsliebe, Fleiß & Eigensinn

Die Schlafhaltung wird von wenigen Menschen bevorzugt. Bauchschläfern wird nachgesagt, dass sie pünktlich, ordentlich, perfektionistisch und berechenbar sind. Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand. Dabei mögen Sie es überhaupt nicht, wenn jemand ihr Vorhaben stört. Oft fühlen sich diese Persönlichkeiten im Management und in Führungspositionen wohl. Wer nicht hinter mir steht, steht mir im Weg - so könnte das Motto von Bauchschläfern lauten.

6.4 Die Rückenlage - Neugier, Offenheit & Stärke

Menschen, die gerne auf dem Rücken schlafen, haben eine selbstsichere und aufgeschlossene Ausstrahlung. Sie stehen dem Leben offen gegenüber und saugen neue Erfahrungen wie ein Schwamm auf. Ihre Neugier treibt Sie voran, sodass häufig interessante Erlebnisse und innovative Ideen entstehen. Oft fühlen sich Rückenschläfer unangreifbar. Sie neigen besonders dann zu egoistischem Verhalten, wenn sie als Nesthäkchen beziehungsweise als Einzelkind aufwachsen.


Autorin: Judith Möller

Judith ist Sozialpsychologin und Autorin. Sie verfasst regelmäßig Fachbeiträge zu den Themen Achtsamkeit und innere Ausgeglichenheit.