Rauschen und Pfeifen im Ohr - Was tun gegen Tinnitus & Ohrgeräusche?

Das rauschende Meer, die schnurrende Katze und die melodischen Töne des Lieblingslieds - all das empfinden wir meist als entspannend und wohlklingend. Wenn ein Lied jedoch nur aus einem Ton bestehen würde und dieser unentwegt zu hören ist, wendet sich das Blatt. Pfeifen, Piepen, Brummen, Klicken, Summen, Klopfen, Rauschen - diese Geräusche verwandeln sich zu Misstönen, sobald sie in Form von stetigen Ohrgeräuschen auftreten. Dabei kommt Rauschen im Ohr recht häufig vor. Woher kommen diese nervigen Töne? Was hilft bei Tinnitus? Wir gehen der Sache auf den Grund, sodass Sie alle relevanten Fakten in diesem Beitrag erfahren.




1. Wenn Ohrgeräusche kommen und gehen oder bleiben

Ohrgeräusche treten meist ganz plötzlich in Erscheinung. Die Töne kommen nicht von außen, sondern haben ihren Ursprung im Körper. Demnach können nur Betroffene die Geräusche wahrnehmen. Das Rauschen kommt häufig zum Vorschein, wenn Ruhe einkehrt wie zum Beispiel abends im Bett. Ohrenklingeln zeigt sich sehr facettenreich, denn Töne können einseitig oder in beiden Ohren wahrgenommen werden. Gefährlich ist diese Störung in den meisten Fällen nicht, beeinträchtigt aber den Alltag immens. Ohrenrauschen verschwindet manchmal so schnell, wie es gekommen ist. Es gibt allerdings auch Einschränkungen, die dauerhaft bestehen bleiben und sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln.


2.  Die harmlosen, aber lästigen Misstöne

Für manche Menschen fühlen sich Ohrgeräusche an, als wenn diese von außen kommen. Andere haben das Gefühl, die Töne stammen aus dem Kopf. Töne im Ohr treten in unterschiedlichen Abstufungen auf.

 

Nicht jedes Ohrgeräusch ist gleich ein Problem beziehungsweise eine Erkrankung. Viele Wahrnehmungen sind kein Grund zur Sorge, sodass keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Falls andere Begleitsymptome wie zum Beispiel Übelkeit und Schwindel auftreten, kann das auf spezielle Erkrankungen hinweisen. Dennoch sind die ungewollten Töne oft harmlos und weisen mit erhobenen Zeigefinger daraufhin, dass der Stress überhand nimmt oder die Halswirbelsäule überlastet ist.


3. Ohrensausen oder Tinnitus?

Es gibt kaum jemanden, der noch nie Ohrenrauschen hatte. Früher oder später nimmt jeder einmal Töne im Ohr wahr, die sich nicht mit einem Knopfdruck abschalten lassen. Solange die Geräusche bald wieder verschwinden, ist alles in Ordnung.

Wenn sich die Ohrgeräusche jedoch länger einnisten, ist ein Besuch beim HNO-Arzt Gold wert. Sobald die Geräusche ständige Alltagsbegleiter sind, geht das über normales Ohrensausen hinaus. Mediziner klären dann ab, ob sich Tinnitus ins Leben geschlichen hat.


4.  Wie laut ist Tinnitus?

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Misstöne im Ohr einen Geräuschpegel zwischen 5 bis 10 Dezibel erreichen. Das ist gleichzusetzen mit der Lautstärke des Atems, dem Ticken einer Uhr oder von raschelnden Blättern. Auch wer noch nie Ohrgeräusche hatte, kann nachvollziehen, dass diese Misstöne alles andere als angenehm sind. Das Ticken einer Uhr kann nämlich unerträglich werden, wenn man müde im Bett liegt und nicht in den Schlaf findet.

Das eigentlich leise Uhrengeräusch entwickelt sich zum unerträglichen Stressfaktor, sodass dies mit dem Lärm einer Großbaustelle vergleichbar ist. Am Morgen fühlt man sich unausgeschlafen und energielos. So geht es oft Patienten, die ständig unter Ohrenklingeln leiden. Die Uhr könnte man abstellen, aber mit dem Ohrenrauschen ist das nicht ganz so einfach.


5.  Tinnitus - Geräusche, die nicht mehr enden wollen

Wenn das Fiepen, Rauschen oder Brummen kein Ende nimmt und tagsüber sowie nachts auftaucht, dann handelt es sich wahrscheinlich um Tinnitus. Diese Störung ist mehr als gelegentliches Ohrenrauschen, denn das ständige Klingeln im Ohr bedarf einer Therapie. Der Gang zum HNO-Arzt gibt Klarheit, welche Auslöser dahinterstecken. Ständiges Ohrensausen ist ein Warnsignal, welches auf ein deutliches Ungleichgewicht im Organismus hinweist.

Fast 15 Prozent der Weltbevölkerung sind von Tinnitus Aurium betroffen, dem sogenannten Klingeln im Ohr. Grundsätzlich ist jeder Mensch jeden Alters anfällig für Ohrenklingeln. Dennoch betrifft es häufig Menschen, die älter als 40 Jahre sind. Mit steigendem Lebensalter wächst das Risiko für gesundheitliche Einschränkungen ganz allgemein. Zahlreiche Krankheiten, die ältere Menschen befallen, können mit Ohrgeräuschen einhergehen.


6. Ohrgeräusche - objektiv oder subjektiv?

Das Ohrenklingeln ist in den meisten Fällen nicht zu lokalisieren und kann nur vom Betroffenen gehört werden. Das bezeichnen Mediziner als subjektives Ohrenrauschen. Nur etwa 1 Prozent der Patienten leidet unter objektive Ohrgeräusche. In diesen Fällen lokalisiert der Arzt das Rauschen zum Beispiel im Mittelohr. Das erleichtert die Behandlung enorm.

Dennoch leidet der weitaus größere Teil der Patienten an subjektiven Anzeichen. Das macht es den Betroffenen schwer, das Problem zu benennen und die Symptome eindeutig zu vermitteln. Einige Mediziner verwenden zur Diagnose spezielle Synthesizer, um das Leiden beziehungsweise die Töne nachbilden zu können. Subjektive Symptome sind keinesfalls Einbildung, sondern konkrete Störungen und eine enorme Einschränkung.


7.  Rechts, links oder beide Ohren?

Ohrenrauschen kann einseitig oder auf beiden Ohren gleichzeitig entstehen. Gesellt sich zum einseitigen Ohrensausen ein Druckgefühl hinzu, kündigt sich oft ein Hörsturz an. Besonders dann, wenn es sich anfühlt, als wäre das Ohr mit Watte verstopft.

Jetzt heißt es: Umgehend den HNO-Arzt aufsuchen! Ein Hörsturz zeigt sich innerhalb weniger Sekunden. Dann gibt das Innenohr den Schall nicht mehr an den Hörnerv weiter. Die Einschränkung kann zwar von selbst verschwinden, aber das passiert nicht immer. Bei rechtzeitiger Therapie erhöhen sich die Heilungschancen enorm.


8. Wenn's chronisch wird...

Millionen von Menschen leiden an chronischem Ohrenrauschen. Sobald das Ohrenklingeln länger als 3 Monate andauert, ist von einer chronischen Form auszugehen. In Deutschland sind ungefähr 1,5 Millionen Menschen davon betroffen. Für circa 13 Prozent bedeutet das andauernde Piepen im Ohr eine große Belastung, die mit starkem Leidensdruck einhergeht. Ein positiver Lichtblick: Bei rund 30 Prozent der Patienten geht das Ohrenklingeln irgendwann von selbst. Das kann schnell gehen, aber auch mehrere Jahre dauern. Ein weiterer positiver Fakt: Mit einem Hörgerät kann man einem dauerhaften Hörverlust gut vorbeugen.


9. Auslöser für Tinnitus - Was steckt hinter dem Ohrensausen?

Hinter stetigem Ohrenklingeln können unterschiedliche Ursachen stehen. Tinnitus gilt nicht als eigenständige Krankheit, sondern zeigt vielmehr Vorboten bestimmter Erkrankungen. Ein Hörsturz ist ein möglicher Auslöser, der sich durch Ohrgeräusche sowie dumpfes Hörempfinden bemerkbar macht. Im Folgenden gehen wir auf weitere häufige Ursachen ein.

9. 1 Probleme im Mittelohr

Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Ohr können zum Ohrenrauschen führen. Die Blutbahnen des Ohres sind klein, sodass sich Einschränkungen bei der Durchblutung schnell bemerkbar machen. Neben dem Ohrensausen treten oft auch Schwindelsymptome auf, weil das Gleichgewichtsorgan mit dem Innenohr in Verbindung steht.

Eine medizinische Behandlung ist hilfreich, um die Ursache zu beseitigen. Sobald eine Ohrenentzündung vorliegt, verabreichen Ärzte häufig cortisonhaltige Medikamente. Begleitend greifen einige Betroffene zu Ginkgo-Präparaten, deren Wirkweise zwar nicht wissenschaftlich bestätigt ist, aber dennoch vielen Patienten hilft.

9.2  Schalltrauma

Lärm bedeutet immer Stress für unseren Organismus. Besonders laute Musik und plötzliche Knallgeräusche verursachen eine Menge Unruhe. Das kann letzten Endes auch zu einem Hörverlust führen. Aus gutem Grund tragen Bauarbeiter sowie andere Menschen, die von einer lauten Geräuschkulisse umgeben sind, entsprechende Schutzkleidung. Nicht nur im Berufsleben, sondern auch durch überlautes Musikhören kann Ohrensausen entstehen. Ein Schalltrauma kann passieren, wenn eine Explosion, ein lauter Knall oder langanhaltender Lärm von mehr als 120 Dezibel zu Stande kommt. Dabei werden die Haarzellen im Innenohr beschädigt. Betroffene leiden zunächst am Verlust des Hörvermögens im Hochfrequenzbereich. Aber auch eine allgemeine Verringerung des Hörvermögens sowie das Entstehen von Ohrgeräuschen sind die Folge eines Schalltraumas. Einem Schalltrauma durch  Clubbesuche oder Konzerte kann man beispielsweise durch das Tragen von Ohrstöpseln für Konzert, Club , Party & Festival vorbeugen. Diese erhalten den Klang, senken die Lautstärke aber auf ein gesundes Maß ab.

9.3  Bluthochdruck

Zu hoher Blutdruck kann eine weitere Ursache für Rauschen im Ohr sein. Dabei ist gesundheitlich bedenklicher Blutdruck ein eher seltener Auslöser für Ohrenklingeln. Generell beeinträchtigt ein hoher Blutdruck die Sauerstoffversorgung im Organismus. Deshalb macht sich das in einigen Fällen mit Geräuschen im Ohr bemerkbar.

9.4  Morbus Menière

Das ist eine seltene Krankheit, die sowohl das Gleichgewichts- als auch das Hörorgan betrifft. Dabei kommt es zu einer Anstauung von Flüssigkeit im Gleichgewichts- und Hörorgan. Diese Erkrankung muss von einem HNO-Arzt verlässlich diagnostiziert werden. Wenn Sie den Verdacht auf Morbus Menière haben, ist eine zügige Untersuchung beim Mediziner zu empfehlen. Bei dieser Krankheit entsteht das Ohrenrauschen meist einseitig. Neben dem Ohrenklingeln tritt ebenso Schwindel auf, der mit Erbrechen einhergehen kann.

9.5 Stress

Körperliche sowie mentale Überlastung ist eine der häufigsten Auslöser für Geräusche im Ohr. Psychische Belastungen und langanhaltender Stress zeigt sich irgendwann über körperliche Symptome wie zum Beispiel Ohrenklingeln. Wenn zum Stress auch Lärm hinzukommt, ist das für Hirn und Gehör eine riesige Herausforderung. Auch die schönste Musik kann zum Stressfaktor werden, wenn der Lautstärkeregler ständig auf Anschlag steht. Diese unnatürliche Belastung hält unser Organismus auf Dauer nicht aus und ruft anhand von Ohrgeräuschen um Hilfe. Das beste Hausmittel, um Ohrensausen zu umgehen, sind demnach Ruhe- und Entspannungszeiten. Zusätzlich wird das körperliche und psychische Wohlbefinden gestärkt, indem abwechslungsreiche und nährstoffhaltige Lebensmittel auf dem Teller landen. Zudem ist ein gesundes Maß an körperlicher Betätigung essenziell, um Stress und somit Ohrenrauschen zu umgehen. Achten Sie auf Ihr Wohlergehen, um den stärksten Auslöser für Ohrenklingeln fernzuhalten. Für gesunden Schlaf auch in lärmbelasteten Umgebungen haben sich Ohrstöpsel zum schlafen bewährt. Diese sitzen besonders komfortabel im ohr und drängen Schnarchgeräusche oder verkehrslärm in den hintergrund. Erholsamer Schlaf wird wieder möglich.

9.6 Medikamente

Arznei kann sich ebenso negativ auf die Leistungsfähigkeit der Ohren auswirken und zu Ohrenrauschen führen. Auch wenn das selten vorkommt, gibt eine Rücksprache mit dem Arzt Sicherheit zu eventuellen Nebenwirkungen von Medikamenten. Beispielsweise kann der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der in Schmerztabletten enthalten ist, Ohrenklingeln begünstigen. Meist wird dieser Wirkstoff in kleinen Dosierungen eingesetzt, sodass Ohrensausen von ASS möglich, aber eher unwahrscheinlich ist. Schädigende Auswirkungen und Beeinträchtigungen des Hörorgans sind ebenso durch Entwässerungsarznei (Diuretika) möglich. Die Wirkstoffe Etacrynsäure und Furosemid können in seltenen Fällen zu unangenehmen Ohrenrauschen führen. Auch Medizin zur Behandlung von Malaria oder bakteriellen Infektionen ist mitunter Auslöser für Geräusche im Ohr. Hier einige weitere Medikamente, die in Verbindung mit Ohrgeräuschen stehen können:

  • Anti-Baby-Pille
  • Krebsmedikamente, welche im Rahmen einer Chemotherapie zum Einsatz kommen
  •  Betablocker (zur Senkung des Blutdrucks)
  • Medikamente gegen Depressionen

Sobald Sie den Verdacht haben, dass das Ohrenklingeln mit der Medikamenteneinnahme zusammenhängt, besprechen Sie dies umgehend mit Ihrem Arzt. So kann der Mediziner helfend eingreifen und die Medikation überprüfen. Zudem gibt es oft verträglichere Alternativen zu bestimmten Medikamenten.


10. Wie verschwinden Ohrgeräusche? Behandlungsmethoden von Tinnitus

Es ist keine gute Idee, chronisch auftretenden Tinnitus zu ignorieren. Dauert Ohrensausen länger als 2 Tage an, sollten sich Betroffene auf dem Weg zum Arzt machen. Wird chronisches Ohrenrauschen nicht behandelt, droht dauerhafter Hörverlust. Allerdings gibt es trotz umfangreicher wissenschaftlicher Forschungen keine Methode oder Medizin, die Ohrenklingeln heilen kann. Die störenden Misstöne verschwinden leider nicht mithilfe von bestimmten Medikamenten. Dennoch muss niemand eine mögliche Schwerhörigkeit einfach so hinnehmen. Es existieren Behandlungsmöglichkeiten, die das Klingen im Ohr erträglich machen. In extremen Fällen kann man sich in eine spezielle Klinik begeben, um eine stationäre Therapie zu durchlaufen.


11. Trotz Ohrenrauschen ein entspanntes Leben führen

In einer Therapie geht es vor allem darum, dass die Betroffenen gut mit chronischen Ohrenklingeln umgehen können. Oftmals kommt es zur Unterdrückung der Misstöne. Infolgedessen nehmen Patienten die Geräusche kaum noch wahr. Mit einer gezielten Behandlung beziehungsweise einer Hörtherapie gelingen große Fortschritte im Umgang mit Ohrensausen. Der Arzt entscheidet, welche Methode im individuellen Fall erfolgsversprechend ist, indem er die Symptome bewertet. Medizinische Experten betrachten das Ohrenrauschen nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit dem gesamten Organismus. Meist kommt es zum Hörverlust aufgrund von anderen mentalen oder körperlichen Schwachstellen.


12. Hörgeräte - moderne Technik, die das Rauschen im Ohr eindämmt

Moderne Hörsysteme stellen eine Ergänzung oder auch Alternative zu einer Therapie dar. Hörgeräte fangen nicht nur den bereits bestehenden Hörverlust auf, sondern dämpfen durch spezielle Funktionen und Filter die unangenehmen Misstöne. Dadurch werden die Symptome auf ein erträgliches Maß reduziert. Oftmals können Patienten mit Hörsystem normal hören. Die Geräte überdecken mit einem neutralen Rauschen die Töne im Ohr.

Die Wissenschaft arbeitet händeringend an neuen Behandlungsmethoden, um in naher Zukunft auf Hörgeräte verzichten zu können. Bis dahin helfen kompetente Hörakustiker dabei, die erforderlichen Hörsysteme gezielt auf die individuellen Bedürfnisse einzustellen.


13. Hilfe zur Selbsthilfe - Was können Betroffene tun?

Ohrgeräusche zeigen meist an, dass etwas aus dem Ruder geraten ist. Viele Sorgen, eine Menge Verpflichtungen und eine lärmende Umgebung - diese Dinge können Misstöne zum Leben erwecken. Neben einer Therapie kann jeder etwas tun, um den Behandlungserfolg schon bald zu erfahren.

 

 

 

Folgende Dinge können im Umgang mit Ohrenklingeln helfen:

  1. Integrieren Sie Entspannungs- und Pausenzeiten fest in Ihrem Tagesablauf.
  2.  Hören Sie mehr auf Ihr Gefühl. Zu laut? Zu schnell? Zu viel Arbeit? Allein das Bewusstwerden ist ein großer Schritt nach vorn.
  3. Bauen Sie angenehme Aktivitäten in Ihren Alltag ein. Machen Sie mehr von dem, was Ihnen Glück und Freude bereitet und weniger von den Dingen, die Ihre Energie absaugen.
  4. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen ein gutes Gefühl geben.
  5. Versuchen Sie die Dinge, die sie nicht ändern können, gelassen zu nehmen.
  6. Machen Sie sich bewusst, für welche kleinen und großen Dinge Sie dankbar sein können. Echte Dankbarkeit ist unglaublich heilsam.
  7. Besuchen Sie eine Selbsthilfegruppe, denn in der Gemeinschaft entsteht ein wertvolles WIR-Gefühl. Die Deutsche Tinnitus-Liga in Wuppertal bietet gemeinsam mit circa 100 deutschlandweit tätigen Gruppen persönliche Hilfestellung und umfangreiche Informationen.
  8. Etablieren Sie eine gesunde Lebensweise, indem Sie sich ausgewogen ernähren, ausreichend schlafen und viel bewegen. Auch wenn man diesen Tipp immerzu hört oder liest, wird er deswegen nicht weniger wahr.
  9. Achten Sie auf Ihre psychische Balance. Wie wäre es mit Meditieren oder Yoga? Im World Wide Web finden Sie viele Inspirationsquellen.
  10. Eine Psychotherapie kann dabei unterstützen, innere Konflikte und tiefsitzende Blockaden zu lösen.
  11. Nehmen Sie Hilfe an. Sie müssen nicht alles allein schaffen.
  12. Suchen Sie besonders dann umgehend ärztliche Hilfe, wenn die Ohrgeräusche oder andere Symptome nach ein paar Tagen nicht verschwinden. Nehmen Sie diese Probleme ernst, denn das sind Warnsignale.
  13. Schöne Musik klingt auch dann schön, wenn diese in mittlerer Lautstärke zu hören ist.
  14. Halten Sie sich möglichst fern von einer Geräuschkulisse und anderen Faktoren, die das Gehör schädigen könnten. Ohrstöpsel können laute Geräusche abschirmen (zum Beispiel auf einem Konzert oder beim Arbeiten).
  15. Achten Sie auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr. Ohrgeräusche können beispielsweise auch Anzeichen von Zinkmangel sein. Wer sich ausgewogen ernährt, kann Zink über die Nahrung aufnehmen. Nahrungsergänzungsmittel können dabei unterstützen, den Bedarf zu decken.
  16. Viel Trinken ist nicht nur wichtig für den Körper im Allgemeinen, sondern auch für die Ohren.
  17. Verzichten Sie auf Alkohol, wenn Sie unter Ohrgeräuschen leiden. Alkohol hat direkten Einfluss auf das zentrale Nervensystem, das bei der Entstehung von Ohrenklingeln beteiligt ist.
  18. Entspannen Sie Ihre Nackenmuskulatur durch Nackendehnungen, Massagen und Wärmekissen.

14. Ohrensausen vorbeugen - Wie vermeide ich das störende Rauschen?

Ob Mittelohrentzündung, Morbus Menière oder Probleme mit der Halswirbelsäule: Ohrenklingeln kann als Symptom für andere Erkrankungen zum Vorschein kommen. Bei wem es plötzlich im Ohr pfeift oder wer nicht mehr richtig hören kann, hat meist andere Schwachstellen im Organismus. Das kann eine einfache Erkältung sein, die von einem vorübergehenden Hörverlust begleitet wird.

Sobald Sie auf eine gesunde Lebensweise, ein geringes Stresslevel und ausreichend Schlaf achten, bleiben meist nicht nur Ohrgeräusche, sondern auch andere Störungen weit weg. Falls Ihre Halswirbelsäule schmerzt, kann eine Physiotherapie Abhilfe schaffen und das Zustandekommen von Ohrenklingeln vorbeugen. Lärm und störende Geräusche sind Stressquellen. Falls Sie sich nicht von lautstarken Umgebungen fernhalten können, hilft ein passender Gehörschutz dabei, lästige Ohrgeräusche sowie eine Schädigung des Hörvermögens zu verhindern.


15. Fazit - Rauschen und Pfeifen im Ohr ist meist ungefährlich

Ohrenrauschen ist nicht gleich Tinnitus. Meist geht das harmlose Ohrensausen so schnell, wie es gekommen ist. Dabei müssen Betroffene nichts tun, sondern lediglich abwarten, bis die Misstöne wieder von dannen ziehen. Bleiben die Geräusche im Ohr allerdings mehr als 2 Tage bestehen, lohnt sich ein Arztbesuch. Ein HNO-Experte wählt anhand der Symptome die passende Therapie, um den drohenden Hörverlust zu umgehen. Bisher gibt es zwar keine Medikamente gegen Ohrenklingeln, aber die zugrundeliegenden Krankheiten können meist behandelt werden. Drehen Sie die Lautstärke Ihrer Kopfhörer und Lautsprecher herunter und meiden Sie Lärmquellen, so gut es geht.

Achten Sie auf Harmonie und Freude in Ihrem Leben, sodass Sie in stressigen Situationen gut gewappnet sind.


Autorin: Judith Möller

Judith ist Sozialpsychologin und Autorin. Sie verfasst regelmäßig Fachbeiträge zu den Themen Achtsamkeit und innere Ausgeglichenheit.